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Schüler und Schülerinnen des Berufskollegs Eifel werden am 14. November 2018 von Notarzt in Herzdruckmassage trainiert

Das Bild prägt sich ein. 250 Menschen, so viele, wie mit einem Passagierflugzeug der Sonne entgegen fliegen können, sterben jeden Tag in Deutschland an einem Herzstillstand.

Der Grund: niemand hat mit der Herzdruckmassage begonnen. Stattdessen warten die möglichen Helfer lieber auf den Notarzt. „Dabei sind gerade die ersten Minuten dafür entscheidend, ob ein Mensch den Herzstillstand überhaupt überlebt und möglichst wenige Einschränkungen danach haben wird“, erklärte der Aachener Notarzt Marc Felzen den Schülerinnen und Schülern am Berufskolleg Eifel.

Das Berufskolleg Eifel hat sich an der Kampagne „Laienreanimation an Schulen in NRW“ beteiligt, mit der seit August 2018 die Erste Hilfe und besonders die Herzdruckmassage stärker ins Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler gerückt werden sollen. Seit August können sich Schulen NRW-weit melden und an der Kampagne beteiligen. „Es gibt leider keine Verpflichtung für die Schulen, sondern sie entscheiden selbst, ob sie sich einen Tag lang diesem Thema widmen wollen“, so Felzen. Die Schulen, die sich an der Aktion beteiligen, erhalten vom Schulministerium dauerhaft Dummies in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt. So können die Schulen ihrerseits das Thema breiter in ihre Arbeit einbringen.

Kerstin Oetter, die am Berufskolleg Eifel die Erste Hilfe organisiert, hatte sich direkt für die Aktion angemeldet. Zur Ersten Hilfe gehöre noch viel mehr, aber die Herzdruckmassage und die Wiederbelebung seien so wesentlich, dass man das nicht oft genug üben könne.

Übungen in der Aula

Insgesamt 590 Schülerinnen und Schüler aus 30 Klassen konnten in den sieben 45-minütigen Durchgängen selbst die Erfahrung machen, wie lange acht Minuten sein können. So lange dauert es im Durchschnitt, ehe der Rettungsdienst vor Ort ist. „Bereits nach 5 Minuten reduziert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit um die Hälfte“, so der Mediziner. An 40 Reanimationspuppen wurde anschließend im Rhythmus zum Disko-Klassiker der Bee Gees „Staying alive“ oder zu „Biene Maya“ gedrückt, mal im Wechsel, mal allein. Als schließlich das Martinshorn ertönte und den eintreffenden Rettungsdienst symbolisierte, waren einige sichtbar außer Atem. „Ich hätte nicht gedacht, dass acht Minuten so lang und anstrengend sein können“, meinte eine Schülerin der Höheren Handelsschule. Ein Schüler des Wirtschaftsgymnasiums tröste: „Hauptsache der Patient hat überlebt.“

Text: Bernadette Scheurer

Bilder: Monika Reck/Bernadette Scheurer

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